Vor allem aber ist Gerd Spiekermann eine Show, eine Performance, ein Low German Event, 'n verdammten Düvel eben.
Thomas Gebel, taz Bremen
Vor allem aber ist Gerd Spiekermann eine Show, eine Performance, ein Low German Event, 'n verdammten Düvel eben.
Thomas Gebel, taz Bremen
De Snuut verbrennt!
För mien Böker heff ik ok al fief Priesen kregen. Tja, kannst' nix bi maken.
Gerd Spiekermann
Tschüss Spieki!
Gerd Spiekermann verabschiedet sich von seinem Publikum
(pn) Es soll dort enden, wo es angefangen hat: In Brake an der Unterweser hatte Gerd Spiekermann seinen ersten Bühnenauftritt. Das war vor fast genau 48 Jahren. Und dort wird er auch am 21. Dezember zum letzten Mal auf der Bühne stehen.
Bekannt wurde er durch Rundfunk und Fernsehen, beliebt durch die unnachahmliche Art seiner Textvorträge. Dahinter steckt vielfältiges Können: Als Radiomann zeichneten ihn souveränes Auftreten und routiniertes Agieren aus, als plattdeutscher Autor und Verteller war und ist erkennbar, dass er das literarische Handwerk genauso beherrscht wie die effektive Vortragskunst.
Obwohl er bewiesen hat, dass er auch anders kann: Gerd Spiekermann hat sich für die heitere Erzählkunst entschieden und damit die Gunst des Publikums gewonnen. Das hat viel Arbeit und Übung gekostet und erfordert permanente Bühnenpräsenz.
Dabei steckt viel mehr in diesem Menschen, wie sein bisheriger Lebenslauf gezeigt hat. Aber das alles hier aufzuzählen, würde zu weit führen. Dies ist ja kein Nachruf! Aber richtig ist: Eine schwere Krankheit hat dazu geführt, dass der Publikumsliebling nun den Entschluss fassen musste, für das kommende Jahr keine Auftritts-Engagements mehr anzunehmen. Er wird sich zusammen mit seiner Frau Heike den Dingen widmen, die bisher zu kurz gekommen sind.
Ein bisschen Vita:
Gerd Spiekermann wurde 1952 in Ovelgönne/Kreis Wesermarsch geboren und ist mit der niederdeutschen Sprache groß geworden. Er mag Hamburg, seine Wahlheimat und erzählt gerne Geschichten von em un ehr. Kein Wunder, dass die Arbeit als Plattdeutsch-Redakteur bei NDR 90,3 für Gerd Spiekermann der Traumberuf war.
Sein Markenzeichen sind seine Hör mal ́n beten to-Geschichten und die Reihe Knapp op Platt.
Er ist Mitglied im IDI (Internationales Dialektinstitut, Wien) und im Niederdeutasch-Friesischen PEN - Zentrum.
Uta von Sohl (Uchte) schrieb über ihn:
Seine sprachliche Lebendigkeit, mit der er liebevoll das große und kleine Malheur im menschlichen Miteinander zeitversetzt auf den plattdeutschen Punkt bringt, ist ein Meisterwerk tiefsinniger und kritischer Beobachtungsgabe, aber auch – und das ganz besonders – des heiteren Gemütes.
18 Bücher und 7 CDs mit seinen plattdeutschen Erzählungen hat er bisher veröffentlicht, außerdem die Festschrift »100 Jahre Ohnsorg-Theater«.
Fünfmal wurde Gerd Spiekermann übrigens für seine plattdeutschen Erzählungen mit literarischen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Fritz-Reuter-Preis der Carl-Toepfer-Stiftung und 2023 mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis. Sein Kommentar: »Und das freut ein ́ denn ja auch.«
Bi'n NDR gifft dat nu en 2-Stunnen-Klönsnack, en Podcast, to höörn. Ik weer to Gast bi Yared Dibaba.
Hier up klicken un los geiht't:
https://www.ndr.de/ndrschlager/podcasts/Platt-Schnack-Mucke-mit-Yared-Dibaba-und-Gerd-Spiekermann,audio1776132.html© Gerd Spiekermann, 2026
Powered by Processwire